Nicht das Komatrinken verteufeln

30. Juli 2009 um 21:35 Uhr

Was Medien in ihrer Berichterstattung grundsätzlich falsch machen

In der Debatte über Jugendalkoholismus wird fortwährend vom Problem des “Komatrinkens” gesprochen. Komatrinken oder auch Binge Drinking wird geradezu hochstilisiert als das Kernproblem der Jugendlichen in Bezug auf Alkohol und Drogen allgemein, worauf sich all unser Augenmerk und all unsere Bemühungen richten sollen. Doch diese Ansicht ist nicht nur grundsätzlich falsch, sie ist auch gefährlich.

Zwar zeigt sich im Vergleich eine erhebliche Zunahme alkoholbedingter Spitalsaufnahmen innerhalb der letzten Jahre, doch dem gegenüber stehen 11 % der männlichen dreizehnjährigen Burschen und 6 % der gleichaltrigen Mädchen, die wöchentlich oder öfter alkoholische Getränke zu sich nehmen. Bei den fünfzehnjährigen Burschen sind dies gar 41 % und bei den Mädchen 32 %. Freilich gibt es sie, die Komatrinker, die auf zwei Promille vorglühen und erst dann richtig trinken. Doch ihre Zahl ist in Relation zu den Jugendlichen, die insgesamt trinken, gering. Man sollte sie zwar nicht unter den Tisch kehren, aber ihnen auch nicht mehr Bedeutung beimessen, als ihnen eigentlich zusteht. Das Nichtvorhandensein von richtigem Qualitätsjournalismus tut sein übriges dazu, dass wir anstatt “Beinahe jeder zweite 15-jährige Bursch und jedes dritte gleichaltrige Mädchen konsumiert mehr als 1x pro Woche Alkohol” schockende und uns vom Hocker reißende Schlagzeilen wie “Komatrinken: Schon wieder in die Bewusstlosigkeit gesoffen” in großen bunten Lettern auf den Titelseiten diverser Boulevardblätter lesen dürfen – oder treffender – müssen. Jene Schlagzeilen sind aber gefährlich, denn sie führen uns am eigentlichen Problem vorbei und verzerren unsere Wahrnehmung, indem sie implizieren, dass außer den paar “Ausreißern”, den bekannten Komatrinkern, eh alles in Ordnung sei.

Wird das Volk letzten Endes an die Wahrheit herangeführt, reagiert es mit Verwunderung. Doch Verwunderung über den Alkoholismus unserer Jugend ist scheinheilig. Denn niemand Geringerer als wir selbst hat sie das Trinken gelehrt.


Alkoholmissbrauch nimmt niemals ein gutes Ende

25. Juli 2009 um 10:37 Uhr

Alcohol Abuse Never Has a Happy Ending

Ausweisfälschungen gang und gäbe

24. Juli 2009 um 13:36 Uhr

Alleine bei einer Großveranstaltung im Raum Steyr wurden im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle 50 gefälschte Ausweise eingezogen und per RSA-Brief zurückgesandt. Aber selbst wenn man das unterbinden könnte, sähe man sich immer noch mit dem Problem konfrontiert, dass Ältere stets darum gebeten werden, die hochprozentigen Getränke anstatt der Minderjährigen anzuschaffen. Ausweisfälschungen sind alles andere als ein Kavaliersdelikt, wie ORF Online berichtet.

Alkoholabbau beschleunigen

21. Juli 2009 um 18:53 Uhr

Entgegen vieler Mythen kann der Alkoholabbau im Körper nicht durch etwaige “Hausmittel” beschleunigt werden. Weder Limonade, noch Kaffee, Tee, Sport oder der Aufenthalt an der frischen Luft helfen, den Alkoholabbau zu beschleunigen.

Der Alkoholabbau

Alkohol wird hauptsächlich über Magen und Dünndarm aufgenommen und der Leber zugeführt, wo er zum größten Teil abgebaut wird. Ein geringer Teil wird jedoch unverändert über Atemluft, Schweiß und Urin ausgeschieden. In der Leber wird Alkohol über das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd abgebaut – ein hoch toxisches Produkt, das die Leber schädigt und eine Leberzirrhose begünstigt. Es ist darüber hinaus auch für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich. Der Abbau erfolgt in konstanter Geschwindigkeit mit etwa 0,15 Promille pro Stunde, wobei die Abbaurate bei regelmäßigen Trinkern erhöht ist.

Vorsicht bei Energy-Drinks

Wie bereits erwähnt können auch Energy Drinks oder Kaffee den Alkoholabbau nicht beschleunigen. Nach dem Konsum dieser Getränke fühlt man sich zwar durch das enthaltene Koffein subjektiv leistungsfähiger und aufgeweckter, an der Alkoholisierung und somit an der Beeinträchtigung durch Alkohol ändert dies jedoch nichts.

Alkohol und erhöhter Harndrang

16. Juli 2009 um 21:14 Uhr

toiletteAlkohol ist verantwortlich für die Warteschlangen, die sich vor den Toiletten vieler Diskotheken und Zeltfeste bilden. Durch den Konsum alkoholischer Getränke wird nämlich die Ausschüttung des Hormons Adiuretin (auch Vasopressin) gehemmt. Adiuretin fördert unter anderem die Rückresorption von Flüssigkeit aus der Niere ins Blut und steigert so den Blutdruck.

Ein Mangel an Adiuretin bedeutet somit eine unzureichende Rückresorption von Flüssigkeit aus der Niere ins Blut. Die Folge sind starker Harndrang und der Abgang großer Urinmengen. Abgesehen vom Alkoholkonsum kann ein Mangel an Adiuretin auch eine physiologische Ursache haben – ein weiteres Hormon, das in den Muskelzellen des Herzvorhofs ausgeschüttet wird, hat nämlich auch eine hemmende Wirkung auf Adiuretin.

Kommentar: Erfreulich, aber unzureichend

14. Juli 2009 um 22:59 Uhr

Im Grunde genommen sind die jüngsten Änderungen hinsichtlich der höheren Strafen für alkoholisierte Fahrer positiv zu bewerten. Das erste Mal seit der Einführung des Euros sind beispielsweise die Mindeststrafen angehoben worden. Im Vergleich zum übrigen Europa befinden wir uns, was Sanktionen gegen Alkohol im Straßenverkehr anbelangt, jedoch im Mittelfeld. Österreich tut auf diesem Sektor offenbar nicht mehr als unbedingt nötig.

Im Hinblick auf den Mopedführerschein mit 15 Jahren sind erneut keine Verbesserungen eingetreten. Alleine im Zeitraum vom Jänner bis Oktober 2008 wurden 1.511 Unfälle mit Mopeds registriert, wovon in 1.435 Fällen 15-jährige Mopedlenker im Spiel waren. Sinnvoll wäre einerseits eine verkehrspsychologische Untersuchung für alle Mopedführerscheinanwerber und eine Bestätigung der Schule oder des Arbeitgebers, dass das Moped für den Weg dorthin auch tatsächlich benötigt wird. Beides war bis 2002 bzw. 2005 vonnöten, dann fielen diese wesentlichen Sicherheitsbestimmungen und gleichzeitig stiegen die Unfallzahlen rapide an.

Österreich lässt sich da und dort mitziehen und sieht zu, dass es nicht schlechter dasteht als das Mittelfeld, aber auch nicht allzuviel Ehrgeiz zeigt, um gar in die Rolle eines Vorreiters zu gelangen. Man stellt an, was unbedingt nötig ist und lässt von Vornherein beiseite, was eventuell der Gastronomie oder der Alkoholindustrie sauer aufstoßen könnte. Das Land bräuchte wahrhaftig Politiker, die nicht vor tobenden Gastronomen und erzürnten Brauern kuschen, sondern mit Ambition und Rückgrat an die Sache herangehen und sich getrauen, notwendige, aber womöglich nicht mehrheitsfähige Anliegen auszusprechen.

Höhere Strafen für Raser und Alkolenker

um 22:38 Uhr

Wer zu schnell fährt oder sich alkoholisiert hinter das Steuer setzt, wird künftig härter bestraft. Unter anderem wurde die Führerscheinentzugsdauer angehoben und die Absolvierung eines Verkehrscoachings ist nun schon nach dem ersten Alkoholdelikt erforderlich. Auch die Mindeststrafen wurden erhöht, nämlich von 218 auf 300 Euro.

Alkoholvergiftung

12. Juli 2009 um 20:52 Uhr

alkoholUnter Alkoholvergiftung, Alkoholintoxikation oder im medizinischen Gebrauch auch C2-Abusus versteht man die Vergiftung durch Ethylalkohol (“Trinkalkohol”). Wir beziehen uns im Folgenden auf die akute Vergiftung, welche durch die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Alkohol verursacht wird. Häufige Gründe hierfür sind das vor allem unter Jugendlichen beliebte “Kampftrinken” und psychische Probleme.

Einteilung

Man kann die Alkoholvergiftung basierend auf der Blutalkoholkonzentration in vier Stadien einteilen:

Erstes Stadium (etwa 0,5 – 1 )

  • Enthemmungserscheinungen
  • Redefluss und verwaschene Sprache
  • Selbstüberschätzung
  • Gleichgewichtsprobleme
  • verminderte Wahrnehmung von Schmerzen

Zweites Stadium (etwa 1 – 2 )

  • Euphorie
  • Aggressivität
  • Kontrollverlust
  • Starke Gleichgewichtsprobleme
  • Übelkeit und Erbrechen

Drittes Stadium (etwa 2 – 3 ‰)

  • Apathie (Erschöpfung, Schläfrigkeit)
  • Neigung zur Bewusstlosigkeit
  • stark verringerte oder fehlende Schmerzwahrnehmung
  • Blutdruckabfall und Schock
  • Gefahr der Unterkühlung
  • Gefahr einer Unterzuckerung

Viertes Stadium (etwa ab 3 ‰)

  • Schock
  • Koma
  • Atemdepression und Gefahr der Aspiration (Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen – z. B. von Erbrochenem – in die Atemwege aufgrund des Ausfalls von Schutzreflexen)
  • Unterkühlung
  • Unterzuckerung
  • Tod

Es muss betont werden, dass einige Symptome individuell schon bei einer weitaus geringeren Blutalkoholkonzentration auftreten können. Auch der Tod kann bereits bei einer wesentlich geringeren Alkoholisierung eintreten. Dieses Schema stellt also lediglich grobe Richtwerte dar.

Therapie

Die Therapie der Alkoholvergiftung besteht aus der Sicherung der Vitalfunktionen (Atmung, Kreislauf) bzw. der Schockbekämpfung. Da es gegen Ethylalkohol kein Gegengift gibt, erfolgt die Therapie symptomatisch. Eine Magenentleerung stellt häufig kein probates Mittel dar, da sie noch etwa innerhalb der ersten Stunde erfolgen muss, um wirksam zu sein.

Der Patient erhält Infusionslösungen – vorzugsweise mit Glukosezusatz, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Die Gefahr schwerer, anhaltender Unterzuckerungen ist nach dem Konsum größerer Alkoholmengen stets gegeben, da durch die Aufnahme von Ethylalkohol die Glukoseneubildung in der Leber gehemmt wird.