Alkohol und Drogen

Alkohol und Drogen – diese Bezeichnung liest und hört man unentwegt. Sowohl im Volksmund, als auch in polizeilichen Presseaussendungen und sogar auf einschlägigen Webseiten. Doch sie ist irreführend, impliziert sie doch, dass Alkohol gar keine Droge ist.

Wer käme schon auf die abstruse Idee, von Birnen und Obst oder von Limonade und Getränken zu sprechen? Freilich niemand. Warum man den Alkohol jedoch nicht zu den Drogen zählen will, hat einen ganz naheliegenden Grund: In unserer alkoholfreundlichen Gesellschaft ist man immer bestrebt, den Konsum dieser Droge zu verharmlosen. Wie auch ein Süchtiger sich seine Abhängigkeit nicht eingesteht und den Drogenkonsum stets bagatellisiert. Alkohol ist zudem allerorts legal erhältlich und wird deshalb in seiner Gefährlichkeit im Vergleich zu den illegalen Drogen unterschätzt. Zu glauben, dass man die Droge Alkohol legal bekommt, weil sie eine geringere Schädlichkeit als sämtliche illegalen Drogen aufweist, ist jedoch fatal. Im Gegenteil, Alkohol liegt im Drogen-Ranking hinsichtlich seiner Gefährlichkeit im Spitzenfeld, weit vor z. B. Cannabis oder Ecstasy.

Es muss deshalb ins Bewusstsein gerufen werden, dass Alkohol nicht nur eine Droge ist, sondern die Droge, die weltweit (mit Tabak) am meisten konsumiert wird und für die meisten drogenassoziierten Todesopfer verantwortlich ist.

Der Beitrag wurde am 4. August 2009 um 13:48 veröffentlicht und wurde in der Rubrik Journal, Kommentar gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.

2 Kommentare

  1. Absolut richtig. Alkohol ist nicht nur eine Droge, sondern eine harte- eine eisenharte Droge. Dieser einfache Sachverhalt ist den wenigsten Konsumenten bewusst. Für mich völlig unverständlich ist, dass die tödliche Droge nach wie vor in schönen bunten Flaschen mit hübschen Ettiketten verkauft wird, und niergends auch nur ein kleiner Hinweis auf das hohe Suchtpotential und die gewaltige Toxizität zu finden ist. Mittelalterliche Zustände.

    am 16. 08. 2009 um 12:54 Uhr von Johannes Regnitz
  2. Man darf annehmen, dass es hierzulande eine mächtige Lobby gibt, die dies zu verhindern weiß. Hier wird der hohe Anteil von Alkoholmissbrauchern und -abhängigen in der Bevölkerung abermals zum Problem. Denn Süchtige werden Restriktionen in Hinblick auf ihre Drogen tunlichst verhindern wollen.


Kommentar schreiben