Wifo: Höhere Besteuerung von Alkohol

30. September 2009 um 22:16 Uhr

Das Wirtschaftsforschungsinstitut bemerkt, dass die Steuerreform 2009 zwar die Inflation kompensieren konnte, kritisiert aber, dass sich an der hohen steuerlichen Belastung der Einkommen durch Sozialversicherung und Lohnsteuer dennoch nichts geändert hat. Neben einer Senkung der Steuern auf Arbeit schlägt man deshalb vor, sogenannte “public bads” (Güter, die unerwünschte soziale Kosten verursachen) mit höheren Abgaben zu belasten. Ein “public bad” par excellence ist Alkohol.

Sehen wir uns an, wie die steuerliche Belastung von alkoholischen Getränken in den letzten Jahren erfolgte. Grundsätzlich wurden die durch Alkohol erzielten Steuererträge kaum je gesundheitspolitischen Maßnahmen zugeführt, sondern meist vom Staat als zusätzliche Einnahmequelle betrachtet, wie das API mitteilt. Nachdem man Weinsteuer, Getränkesteuer und Schaumweinsteuer abgeschafft hat, kann der Staat auf den Preis alkoholischer Getränke theoretisch nur noch über Umsatzsteuer, Alkoholsteuer, Biersteuer, Schaumweinsteuer und Zwischenerzeugnissteuer eingreifen.

Die Europäische Charta Alkohol widmet der Preisgestaltung als alkoholpolitische Maßnahme einen eigenen Punkt. In den “zehn Strategien für alkoholbezogene Maßnahmen” heißt es unter 4.:

Gesundheitsförderung durch Einschränkung der Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken, z. B. für Jugendliche, und durch Einwirkung auf ihren Preis, beispielsweise über die Steuern.

Eine Erhöhung der alkoholbezogenen Abgaben ist nicht nur in Österreich ein Thema. Ebenso bspw. in Deutschland werden immer wieder Erhöhungen der Alkoholsteuer diskutiert und auch in der Schweiz existieren Konzepte und Ideen, die nicht nur darauf abzielen, dem Alkoholproblem Herr zu werden, sondern auch die alkoholassoziierten Kosten decken sollen. Alkoholpolitische Maßnahmen, die eine Reduzierung der alkoholbezogenen Schäden bzw. Kosten zum Ziel haben, sind in Österreich – wie im übrigen alpinen bzw. mediterranen Raum – generell jedoch schwer umzusetzen. Dies liegt wahrscheinlich am “integrativen Trinkverhalten” in den genannten Regionen. Alkohol wird als Bestandteil der kulturellen Identität und als Genussmittel wahrgenommen, weshalb nur wenige Menschen völlig alkoholabstinent leben.

Zusätzliche Einnahmen durch höher besteuerte “bad goods” können im Endeffekt einen Beitrag zur Krisenbekämpfung leisten, wenngleich man damit der ursprünglichen Idee – nämlich jene Einnahmen für gesundheitspolitische Maßnahmen zu verwenden – keinesfalls Rechnung tragen würde. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, ob sich Steuererhöhungen u. a. auf “bad goods” überhaupt vermeiden lassen, wenn in den nächsten Jahren all die Milliarden aufgebracht werden müssen, die in der Krise u. a. in die Rettung der kaputt gewirtschafteten Banken investiert wurden.


Die Parteien im Gespräch

27. September 2009 um 20:14 Uhr

Landtagswahl 2009 in Oberösterreich

Wir bedanken uns bei der KPÖ und den Grünen für ihre Rückmeldungen. Von den übrigen zur Landtagswahl in Oberösterreich zugelassenen Parteien erhielten wir bis zum heutigen Tag bedauerlicherweise keine Antwort auf unsere Anfragen.

Alkohol in Oberösterreich: Die Grünen im Interview

23. September 2009 um 21:25 Uhr

Landtagswahl 2009 in Oberösterreich

Im Zuge der kommenden Landtagswahl in Oberösterreich erhielten wir auch von den Grünen ausführliche Antworten auf unsere Fragen zum Alkoholproblem in unserer Gesellschaft. Nach der KPÖ sind die Grünen die zweite Partei, von der wir bisher eine Rückmeldung erhielten. Nachfolgend unsere Fragen und die Antworten der Grünen:

Eine Erhebung aus 2004 hat ergeben, dass 10,5 Prozent der Österreicher als Alkoholmissbraucher einzustufen sind und 5 Prozent chronischen Alkoholismus betreiben. 18 Prozent pflegen einen mittleren Alkoholkonsum, befinden sich also nicht mehr unter der sogenannten Harmlosigkeitsgrenze. (Handbuch Alkohol Österreich, S. 144, Tab. 19) Welche Maßnahmen will man speziell in Oberösterreich setzen, um das Alkoholproblem in den Griff zu bekommen?

Alkohol ist sozusagen die “Volksdroge” Nummer eins. Es ist normal bei allen gesellschaftlichen Ereignissen Alkohol zu trinken: die Erwachsenen leben es vor, die Jugendlichen machen es nach. Wichtig ist für uns daher, dass auch in OÖ Maßnahmen im Bereich der Aufklärung und Prävention gesetzt werden, dass das bestehende Jugendschutzgesetz besser exekutiert wird und dass vor allem Jugendlichen und

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Alkohol im Wahlkampf

22. September 2009 um 21:27 Uhr

Die grüne Gemeinderätin Küng übt in einem Leserbrief bei den Oberösterreichischen Nachrichten heftige Kritik am Alkohol als Bestandteil von Wahlkampfveranstaltungen. Sie spricht an, dass Parteien im Wahlkampf wiederholt zu unmoralischen Mitteln greifen, indem sie etwa Freibier gezielt als Lockangebot für Jugendliche bewerben.

Hier gehts zum Artikel, inklusive unserem Kommentar.

Auszug:

Die Bewerbung diverser Wahl-Events mit massenhaftem Billigalkohol geschieht aus einem reinen Egoismus der Veranstalter heraus. Man ködert junge Menschen bewusst mit kostenlosem Alkohol, weil man durchaus weiß, dass Jugendliche auf diesen Zug gerne aufspringen – genau dies will man sich im Wahlkampf zunutze machen. Wohl wissend, dass unsere Jugendlichen ohnehin ein problematisches Trinkverhalten aufweisen, bietet man ihnen massenhaft Gratisbier an und fördert somit nicht nur den Alkoholmissbrauch, sondern treibt sie auch noch ganz unverfroren in die Sucht.

Die KPÖ über Alkohol in (Ober)Österreich

18. September 2009 um 19:04 Uhr

Landtagswahl 2009 in Oberösterreich

Aus aktuellem Anlass – in Oberösterreich findet am 27. September die Landtagswahl statt – befragten wir die Landesparteiorganisationen zum Alkoholproblem in unserer Gesellschaft. Wir wollten mehr über ihre individuelle Sicht der Dinge und von ihren Lösungsvorschlägen erfahren. Nachfolgend unsere Fragen und die Antworten der KPÖ, von der wir die erste Rückmeldung erhielten:

Eine Erhebung aus 2004 hat ergeben, dass 10,5 Prozent der Österreicher als Alkoholmissbraucher einzustufen sind und 5 Prozent chronischen Alkoholismus betreiben. 18 Prozent pflegen einen mittleren Alkoholkonsum, befinden sich also nicht mehr unter der sogenannten Harmlosigkeitsgrenze. (Handbuch Alkohol Österreich, S. 144, Tab. 19) Welche Maßnahmen will man speziell in Oberösterreich setzen, um das Alkoholproblem in den Griff zu bekommen?

Laut einer Untersuchung des Anton-Proksch-Instituts Wien-Kalksburg zum Thema „Sucht in Österreich“ sind rund 330.000 erwachsene ÖsterreicherInnen alkoholabhängig. Rund 870.000 ÖsterreicherInnen ab 16 sind gefährdet, an Alkoholismus zu erkranken. Im EU-Vergleich liegt Österreich hier im Spitzenfeld. Damit ist Alkohol mit Abstand die Volksdroge Nummer 1. Der Umgang mit der Drogengefahr ist jedoch völlig schieflastig, was auch an der kommerziellen Dimension durch Prozenten und Gastronomie liegt.
Die entscheidende Frage um das Alkoholproblem in den Griff zu bekommen ist vor allem ein sensiblerer Umgang der Gesellschaft mit dem Alkoholkonsum, etwa durch die Werbung oder durch radikales Infragestellen gewisser Trink(un)sitten. Notwendig ist ein anderer Stellenwert des Alkoholkonsums, dieser darf nicht als chic propagiert wird, auch wenn er in einem bestimmten Maße als seit Jahrhunderten üblicher Teil der gesellschaftlichen Realität akzeptiert werden muss.
Entsprechende Maßnahmen sind in der Abgabe von Alkohol vor allem an Jugendliche, Einflußnahme auf die Werbung, durch Besteuerung, Preisgestaltung usw., aber auch in der Darstellung der individuellen Schädigung alkoholsüchtiger- oder kranker Menschen wie auch der gesellschaftlichen Kosten durch die Auswirkung des Alkoholkonsums erforderlich.

Durch Alkoholkonsum ausgelöste oder begünstigte Gewalt stellt ein immenses Problem dar. In Deutschland existieren Daten, wonach in manchen Ländern bereits jede zweite jugendliche Gewalttat unter Alkoholeinfluss geschieht. Welche konkreten Vorschläge zur Eindämmung der alkoholassoziierten Gewalt können Sie bieten?

Übermäßiger und exzessiver Alkoholkonsum ist auch ein Symptom für den Zustand der Gesellschaft. Alkohol (wie auch andere Drogen) sind vielfach nur der Katalysator für tiefer liegende gesellschaftliche und vor allem soziale Ursachen. Übermäßiger Alkoholkonsum hat eine Ventilfunktion und hängt vielfach auch mit fehlenden Perspektiven, Zukunftsangst und Protest gegen Autoritäten, aber auch Stress, Dauerdruck etc. zusammen. Eine wesentliche Aufgabe ist daher die Entwicklung eines entsprechenden Problembewusstseins durch Familie, Schule, Medien und Gesellschaft, rechtzeitiges Eingreifen bei auffallendem Alkoholkonsum bzw. damit verbundener Gewalt, aber auch eine möglichst früh ansetzende Suchtprävention.

Alkoholwerbung spricht häufig junge Menschen an und sorgt dafür, dass dem Alkohol ein besseres Image zuteil wird als er eigentlich verdient. Dies ist womöglich der Hauptgrund, weshalb Präventionsprogramme nicht fruchten. Jegliche Prävention erscheint nämlich unglaubwürdig, wenn ihr die Werbespots und -plakate der Alkoholindustrie gegenüberstehen, in denen der Konsum alkoholischer Getränke als vernünftig dargestellt wird. Wäre es aus Ihrer Sicht daher sinnvoll, Alkoholwerbung einzuschränken oder gar zu verbieten?

Ein Verbot der Werbung für alkoholische Getränke oder von Sponsoring von Sport-, Kultur- oder sonstigen Veranstaltungen durch Firmen die Alkohol produzieren oder handeln wäre insofern wichtig, als das angeblich coole Image des Alkoholkonsums und die Selbstverständlichkeit zu Trinken in Frage gestellt und soweit wie möglich beseitigt und der Alkoholkonsum auf ein individuell und gesellschaftlich kontrollierbares Maß beschränkt würde.
Laut WHO machen die großen Alkoholproduzenten Jugendliche (unter anderem auch durch die forcierte Mischung von Alkohol mit Fruchtsäften oder vorgemixte Alkoholika) bewusst zu Gewohnheitstrinkern, ein Zustand der rasch abgestellt werden muss.

In Österreich werden jährlich etwa 3.600 bis 3.800 Menschen bei Alkoholunfällen verletzt (in Oberösterreich mit zuletzt 709 die meisten im Bundesländervergleich) und knapp 60 getötet. (Statistik Austria). Sind die jüngst getroffenen Maßnahmen ausreichend, um die Straßen in Hinsicht auf alkoholisierte Fahrer sicherer zu machen? Sind Sie dafür, beim Lenken eines Fahrzeuges generell auf Alkoholkonsum zu verzichten? Wenn ja, warum nicht gesetzlich verankern?

Eine 0,0-Promille-Grenze kann Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss zwar reduzieren, aber letztlich ebenso wenig gänzlich verhindern wie, dass Raser nach Führerscheinentzug trotzdem Autofahren und Unfälle verursachen. Auch hier gilt es einen anderen gesellschaftlichen Umgang mit der Droge Alkohol zu entwickeln, etwa indem betrunkene Personen von ihrem Umfeld am Autofahren gehindert werden und öffentliche Verkehrsmittel attraktiver werden, etwa durch eine von der KPÖ geforderte Freifahrt. Klar ist aber, dass es rigide Konsequenzen für alkoholisierte VerkehrsteilnehmerInnen die Unfälle verursachen geben muss.

Die Antworten übermittelte uns Leo Furtlehner, Landessprecher der KPÖ und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2009. Web: ooe.kpoe.at

Alkohol – Mann und Frau

17. September 2009 um 18:11 Uhr

mannfrauMan weiß heute durch Untersuchungen, dass es geschlechtsspezifisch deutliche Unterschiede in Hinblick auf die Alkoholverteilung gibt. Bei gleicher Alkoholmenge erreichen Frauen in der Regel pro kg Körpergewicht eine höhere Blutalkoholkonzentration als Männer.

Der Grund hierfür liegt im Verhältnis von Körperwasser zu Körperfett. Frauen besitzen einen niedrigeren Körperwasseranteil als Männer und dafür einen höheren Körperfettanteil. Alkohol löst sich jedoch weitaus besser in Wasser als in Fett, im vergleichsweise geringeren Wasseranteil einer Frau wird somit eine höhere Konzentration erreicht als dies bei einem Mann mit deutlich mehr Körperwasser der Fall wäre.

Dieser Unterschied fällt noch deutlicher aus, wenn Mann und Frau dieselbe Menge Alkohol konsumieren, da Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht als Männer haben. Aber auch das Alter spielt eine bedeutende Rolle, der Wasseranteil sinkt nämlich mit steigendem Lebensalter.

Alkohol und die Pille

14. September 2009 um 20:36 Uhr

Hat Alkohol Auswirkungen auf „die Pille“, sprich, wird die Wirkung der Pille durch den Konsum alkoholischer Getränke herabgesetzt?
Über den Einfluß von Alkohol auf den Stoffwechsel der Anti-Baby-Pille gibt es keine kontrollierten Studien. Es ist jedoch bekannt, dass die kurzzeitige Aufnahme von Alkohol den Abbau bestimmter Medikamente in der Leber hemmt, während chronischer Alkoholkonsum über eine Enzyminduktion den Abbau verstärkt. Umgekehrt konnte zwar kein signifikanter Einfluß der Anti-Baby-Pille auf den Alkoholspiegel nachgewiesen werden, doch scheint die Pille die Wirkungen des Alkohols z.B. auf die Reaktionszeit zu verringern und die Toleranz zu verbessern, wobei der Effekt mit der Höhe des Östrogenanteils zunimmt.

Diese Frage beantwortete uns freundlicherweise Dr. Axel Schreier.

Neue Kampagne “Ernährung kann was”

12. September 2009 um 14:45 Uhr

Das Gesundheitsministerium startet eine neue Ernährungskampagne mit dem Slogan “Ernährung kann was”. Man will aufzeigen, dass eine gesunde Ernährung keiner teuren Hilfsmittel bedarf, strenge Verbote oder eine strikte Diät sind zudem meist unnötig. Auch der Alkohol wird ins Visier genommen, konsumieren doch 11 % der erwachsenen Österreicher Alkoholmengen, die als erheblich gesundheitsgefährdend gelten und weitere 18 % Mengen, die als “bedenklich” für die Gesundheit eingestuft werden.

In einer Broschüre wird auf vier Themen eingegangen, bei denen die Defizite der Österreicher groß sind: Obst und Gemüse, Milchprodukte, Alkohol und die richtige Aufteilung am Teller.  Unter dem Titel “Wir tun´s zumindest 2x wöchentlich” rät man zum Alkoholverzicht – mindestens zwei Tage die Woche sollte der Österreicher keinen Alkohol konsumieren, damit sich der Körper einigermaßen erholen kann. Sehr löblich ist, dass auf alkoholfreie Getränke als wunderbare Alternative zu alkoholischen Drinks hingewiesen wird und direkt ein simples Rezept zum Ausprobieren angeboten wird.

Doch ein großes Manko ist, dass man einmal mehr zum “bewussten Genießen” der Droge Alkohol aufgefordert wird und die positiven Auswirkungen eines generellen Verzichts nicht einmal angesprochen werden. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass man “Wasser gegen den Durst trinken [soll], Alkohol genießen!” oder dass “Ein Gläschen Wein [..] etwas sehr Genussvolles [ist]. Genießen mit Maß lautet das gesunde Motto.” Man kann sich beim Lesen der Broschüre des Eindruckes nicht erwehren, dass bereits die “Flinte ins Korn geworfen” wurde und man es mittlerweile aufgegeben hat, für den Verzicht auf Alkohol als einen gesunden Lebensstil zu werben. Vielmehr steht heute Schadensbegrenzung am Programm. Anstatt den Menschen begreiflich zu machen, dass Alkohol eine Droge mit großem Schadpotenzial ist, versucht man mühevoll, ihnen zwei alkoholfreie Tage pro Woche schmackhaft zu machen und weist irrsinnigerweise sogar darauf hin, dass diese Tage möglichst nicht mit Besuchen von Bekannten oder festlichen Anlässen kollidieren sollten.

Die klügere Option wäre, den Menschen sogar nahezulegen, diese alkoholfreien Tage genau dann anzusetzen, wenn man Besuch erwartet. Den Gästen könnten nach allen Regeln der Kunst alkoholfreie Getränke serviert werden, diese wären womöglich von der Idee angetan, würden diese idealerweise nachahmen und die Kampagne an sich würde ihrem Zweck gerecht werden. Denn Mundpropaganda war noch immer die effizienteste Form der Werbung.

Der Rat, wöchentlich zwei alkoholfreie Tage einzuplanen, muss insofern kritisiert werden, als dass er die menschliche Faulheit bedient. Zu viele werden den Weg des geringsten Widerstandes gehen, alibimäßig zwar tatsächlich an zwei Tagen in der Woche auf Alkohol verzichten, dies jedoch Montags und Dienstags tun, wo sie ohnehin auch sonst wenig bis gar keinen Alkohol konsumieren würden, während die problematischen wochenendlichen Trinkgewohnheiten unverändert bleiben.

Es ist also in Frage zu stellen, ob diese lasche Art der Umsetzung tatsächlich zielführend ist oder ob nicht eine konsequente, vielleicht sogar radikale Wurzelbehandlung eher das Mittel der Wahl wäre. Wie ich die Situation einschätze, ist die momentane Form der Prävention aber das Höchste der Gefühle für Österreich – mehr geht einfach (noch) nicht.

Erneut zahlreiche Alkoholunfälle in Österreich

6. September 2009 um 12:57 Uhr

Wie voriges Wochenende waren auch dieses Mal wieder zahlreiche alkoholisierte Autofahrer auf Österreichs Straßen unterwegs und wurden auch angehalten, soweit dies noch notwendig war. Mit dem Unterschied, dass ein Betrunkener nun sogar für zwei Tote sorgte, indem er in eine Fußgängergruppe gerast war.

Macht Alkohol dick?

4. September 2009 um 13:28 Uhr

waageEin Gramm Kohlenhydrate hat wie dieselbe Menge Eiweiß einen Energiegehalt von 4,1 kcal oder 17,2 kJ. Alkohol liegt mit 7,1 kcal (29,8 kJ) zwischen den beiden erstgenannten und den Fetten, die ihrerseits einen Energiegehalt von 9,3 kcal bzw. 38,9 kJ haben. Der regelmäßige Konsum alkoholischer Getränke bedeutet somit eine erhebliche zusätzliche Energieaufnahme. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass manche alkoholische Getränke (Wein, Bier, Mischgetränke, Alkopops, …) zum Teil reichlich Zucker beinhalten.

Einfluss auf den Appetit

Alkohol hat eine appetitanregende Wirkung, denn er stimuliert die Magenschleimhaut. Dies kann dazu führen, dass die Energiemenge aus dem Alkohol zusätzlich zur regulären Energiemenge, die nötig ist, um den Energiebedarf zu decken, konsumiert wird. Die Folge ist ein Überschuss an Energie mit bekannten Auswirkungen. Alkohol hemmt auch die Neubildung von Glukose in der Leber und setzt somit den Blutzuckerspiegel herab. In größeren Mengen konsumiert führt Alkohol somit aufgrund des niedrigen Blutzuckers zu einem ausgeprägten Hungergefühl.

Energiegehalt ausgewählter alkoholischer Getränke

1/2 l Bier 210 kcal (879 kJ)
1/4 l Wein 170 kcal (712 kJ)
100 ml Sekt 84 kcal (352 kJ)

Anmerkung: Die obigen Angaben sind Richt- bzw. Schätzwerte.

Reduzierter Fettabbau

Alkohol genießt eine Sonderstellung im Körper. Sein Abbau hat Vorrang, da der Körper ihn als Gift erkennt und verständlicherweise immer bestrebt ist, Gifte so rasch als möglich zu eliminieren. Werden nun sämtliche Kapazitäten für den Alkoholabbau aufgebraucht, müssen andere Bereiche – zum Beispiel der Fettabbau – zurückstecken. Fette werden vermehrt im Körper gespeichert und es kommt mit der Zeit zu typischen Fettansammlungen – wie dem “Bierbauch”.

Alkohol kann somit vordergründig wegen seines natürlichen Energiegehaltes,  aufgrund seiner appetitanregenden Wirkung, wegen seiner Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel herabzusetzen und wegen des verminderten Fettabbaus wesentlich zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas beitragen.