Alkoholfreies Bier immer alkoholfrei?

18. Dezember 2009 um 14:12 Uhr

Alkoholfreie Biere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Vor allem Autofahrer greifen gerne auf diese “alkoholfreie” Alternative zurück, um sich in Sicherheit zu wiegen. Die Bezeichnung “alkoholfrei” ist jedoch häufig irreführend, denn vielfach enthalten die Biere eine gewisse Menge Restalkohol.

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Was ist ein Kater?

26. Oktober 2009 um 20:26 Uhr

Ein Kater tritt in der Regel nach Aufnahme größerer Alkoholmengen auf, üblicherweise am nächsten Morgen nach einer durchzechten Nacht. Typische Symptome sind vordergründig die heftigen Kopfschmerzen,  aber häufig treten auch Übelkeit und Erbrechen mit einem insgesamt flauen Gefühl in der Magengegend auf. Man fühlt sich wenig leistungsfähig, ist aufgrund der verringerten REM-Schlafphase müde und ein ausgeprägtes Durstgefühl stellt sich ein. Häufig ist man empfindlicher gegenüber Licht und Geräuschen und bemerkt ein Schwindelgefühl. Aufmerksamkeit und Konzentration lassen zu wünschen übrig, man zittert, Puls und Blutdruck sind womöglich erhöht.

Die Ursache des Katers

Es existieren eine Reihe von Faktoren, die für die jeweiligen Symptome verantwortlich gemacht werden:

Alkohol hemmt das Antidiuretische Hormon (ADH; Vasopressin), dies führt zu einem hohen Flüssigkeits- und damit Elektrolytverlust, der sich wiederum in einem Durst- und Schwindelgefühl sowie in Konzentrationsschwierigkeiten manifestiert. Desweiteren  greift Alkohol die Magen- und Darmschleimhaut an und begünstigt Entzündungen, die letztendlich für Übelkeit, Erbrechen und das “flaue Gefühl in der Magengegend” verantwortlich sind.

Die Kopfschmerzen sind hauptsächlich zurückzuführen auf die vor allem in billigeren Alkoholika gehäuft vorkommenden “Fuselalkohole” und dem meist erhöhten Anteil an Methylalkohol, aber auch auf die vielfältigen Auswirkungen des toxischen Abbauprodukts des Ethanols, Acetaldehyd. Die Müdigkeit als weiteres “Mitbringsel” des Katers kommt primär durch alkoholbedingt verminderte REM-Schlafphasen zustande.

Vorbeugung

Die effizienteste Form der Katerprophylaxe besteht aus dem Verzicht von alkoholischen Getränken. Katersymptome lassen sich weitgehend reduzieren, indem man geringe Mengen Alkohols zu sich nimmt, bevorzugt qualitativ hochwertige Alkoholika konsumiert und zwischendurch immer wieder auf nichtalkoholische Getränke, bevorzugt Wasser – um den Flüssigkeitsverlust bestmöglich auszugleichen – , zurückgreift.

Alkohol – Mann und Frau

17. September 2009 um 18:11 Uhr

mannfrauMan weiß heute durch Untersuchungen, dass es geschlechtsspezifisch deutliche Unterschiede in Hinblick auf die Alkoholverteilung gibt. Bei gleicher Alkoholmenge erreichen Frauen in der Regel pro kg Körpergewicht eine höhere Blutalkoholkonzentration als Männer.

Der Grund hierfür liegt im Verhältnis von Körperwasser zu Körperfett. Frauen besitzen einen niedrigeren Körperwasseranteil als Männer und dafür einen höheren Körperfettanteil. Alkohol löst sich jedoch weitaus besser in Wasser als in Fett, im vergleichsweise geringeren Wasseranteil einer Frau wird somit eine höhere Konzentration erreicht als dies bei einem Mann mit deutlich mehr Körperwasser der Fall wäre.

Dieser Unterschied fällt noch deutlicher aus, wenn Mann und Frau dieselbe Menge Alkohol konsumieren, da Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht als Männer haben. Aber auch das Alter spielt eine bedeutende Rolle, der Wasseranteil sinkt nämlich mit steigendem Lebensalter.

Alkohol und die Pille

14. September 2009 um 20:36 Uhr

Hat Alkohol Auswirkungen auf „die Pille“, sprich, wird die Wirkung der Pille durch den Konsum alkoholischer Getränke herabgesetzt?
Über den Einfluß von Alkohol auf den Stoffwechsel der Anti-Baby-Pille gibt es keine kontrollierten Studien. Es ist jedoch bekannt, dass die kurzzeitige Aufnahme von Alkohol den Abbau bestimmter Medikamente in der Leber hemmt, während chronischer Alkoholkonsum über eine Enzyminduktion den Abbau verstärkt. Umgekehrt konnte zwar kein signifikanter Einfluß der Anti-Baby-Pille auf den Alkoholspiegel nachgewiesen werden, doch scheint die Pille die Wirkungen des Alkohols z.B. auf die Reaktionszeit zu verringern und die Toleranz zu verbessern, wobei der Effekt mit der Höhe des Östrogenanteils zunimmt.

Diese Frage beantwortete uns freundlicherweise Dr. Axel Schreier.

Macht Alkohol dick?

4. September 2009 um 13:28 Uhr

waageEin Gramm Kohlenhydrate hat wie dieselbe Menge Eiweiß einen Energiegehalt von 4,1 kcal oder 17,2 kJ. Alkohol liegt mit 7,1 kcal (29,8 kJ) zwischen den beiden erstgenannten und den Fetten, die ihrerseits einen Energiegehalt von 9,3 kcal bzw. 38,9 kJ haben. Der regelmäßige Konsum alkoholischer Getränke bedeutet somit eine erhebliche zusätzliche Energieaufnahme. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass manche alkoholische Getränke (Wein, Bier, Mischgetränke, Alkopops, …) zum Teil reichlich Zucker beinhalten.

Einfluss auf den Appetit

Alkohol hat eine appetitanregende Wirkung, denn er stimuliert die Magenschleimhaut. Dies kann dazu führen, dass die Energiemenge aus dem Alkohol zusätzlich zur regulären Energiemenge, die nötig ist, um den Energiebedarf zu decken, konsumiert wird. Die Folge ist ein Überschuss an Energie mit bekannten Auswirkungen. Alkohol hemmt auch die Neubildung von Glukose in der Leber und setzt somit den Blutzuckerspiegel herab. In größeren Mengen konsumiert führt Alkohol somit aufgrund des niedrigen Blutzuckers zu einem ausgeprägten Hungergefühl.

Energiegehalt ausgewählter alkoholischer Getränke

1/2 l Bier 210 kcal (879 kJ)
1/4 l Wein 170 kcal (712 kJ)
100 ml Sekt 84 kcal (352 kJ)

Anmerkung: Die obigen Angaben sind Richt- bzw. Schätzwerte.

Reduzierter Fettabbau

Alkohol genießt eine Sonderstellung im Körper. Sein Abbau hat Vorrang, da der Körper ihn als Gift erkennt und verständlicherweise immer bestrebt ist, Gifte so rasch als möglich zu eliminieren. Werden nun sämtliche Kapazitäten für den Alkoholabbau aufgebraucht, müssen andere Bereiche – zum Beispiel der Fettabbau – zurückstecken. Fette werden vermehrt im Körper gespeichert und es kommt mit der Zeit zu typischen Fettansammlungen – wie dem “Bierbauch”.

Alkohol kann somit vordergründig wegen seines natürlichen Energiegehaltes,  aufgrund seiner appetitanregenden Wirkung, wegen seiner Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel herabzusetzen und wegen des verminderten Fettabbaus wesentlich zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas beitragen.

Darf man betrunken Fahrrad fahren?

9. August 2009 um 14:07 Uhr

fahrradImmer wieder kommt die Frage auf, ob man denn von einem Fest oder einer Party mit dem Fahrrad nach Hause fahren darf, wenn man “zu betrunken” ist, um den Wagen noch lenken zu dürfen. Alleine schon um der Taxigebühr wegen ist dies natürlich ein interessant anmutender Gedanke. Doch ist es tatsächlich erlaubt, alkoholisiert in die Pedale zu treten? Wenn nicht, mit welchen Konsequenzen hätte man zu rechnen?

Ein fataler Irrtum

Entgegen der weitläufigen Ansicht, dass man sogar sturzbetrunken noch mit dem Fahrrad unterwegs sein dürfe, muss betont werden, dass dies mit erheblichen Strafen verbunden sein kann. Ganz zu schweigen von der Eigen- und Fremdgefahr, die von einem alkoholisierten Pedalritter ebenso wie von einem betrunkenen Autofahrer ausgeht. Konsequenzen hat man allerdings im Allgemeinen erst ab 0,8 Promille zu erwarten. Laut help.gv.at ist mit folgenden Strafen zu rechnen:

ab 0,8 Promille zwischen 800 und 3.700 Euro
ab 1,2 Promille zwischen 1.200 und 4.400 Euro
ab 1,6 Promille zwischen 1.600 und 5.900 Euro

Außerdem kann der KFZ-Führerschein entzogen werden, wenn mangelnde Verkehrszuverlässigkeit befürchtet wird, weil beispielsweise aufgrund wiederholter Alkofahrten eine Alkoholsucht befürchtet werden muss (siehe dazu: “Rechtsfolgen der Alkoholbeeinträchtigung bei Radfahrern“). Weitere wichtige Bestimmungen aus der StVO und der Fahrradverordnung findet man beim Verein ARGUS.

Wer sein Fahrrad übrigens schiebt, gilt als Fußgänger und kann keiner Routine-Alkoholkontrolle unterzogen werden.

Alkoholabbau beschleunigen

21. Juli 2009 um 18:53 Uhr

Entgegen vieler Mythen kann der Alkoholabbau im Körper nicht durch etwaige “Hausmittel” beschleunigt werden. Weder Limonade, noch Kaffee, Tee, Sport oder der Aufenthalt an der frischen Luft helfen, den Alkoholabbau zu beschleunigen.

Der Alkoholabbau

Alkohol wird hauptsächlich über Magen und Dünndarm aufgenommen und der Leber zugeführt, wo er zum größten Teil abgebaut wird. Ein geringer Teil wird jedoch unverändert über Atemluft, Schweiß und Urin ausgeschieden. In der Leber wird Alkohol über das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd abgebaut – ein hoch toxisches Produkt, das die Leber schädigt und eine Leberzirrhose begünstigt. Es ist darüber hinaus auch für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich. Der Abbau erfolgt in konstanter Geschwindigkeit mit etwa 0,15 Promille pro Stunde, wobei die Abbaurate bei regelmäßigen Trinkern erhöht ist.

Vorsicht bei Energy-Drinks

Wie bereits erwähnt können auch Energy Drinks oder Kaffee den Alkoholabbau nicht beschleunigen. Nach dem Konsum dieser Getränke fühlt man sich zwar durch das enthaltene Koffein subjektiv leistungsfähiger und aufgeweckter, an der Alkoholisierung und somit an der Beeinträchtigung durch Alkohol ändert dies jedoch nichts.

Alkohol und erhöhter Harndrang

16. Juli 2009 um 21:14 Uhr

toiletteAlkohol ist verantwortlich für die Warteschlangen, die sich vor den Toiletten vieler Diskotheken und Zeltfeste bilden. Durch den Konsum alkoholischer Getränke wird nämlich die Ausschüttung des Hormons Adiuretin (auch Vasopressin) gehemmt. Adiuretin fördert unter anderem die Rückresorption von Flüssigkeit aus der Niere ins Blut und steigert so den Blutdruck.

Ein Mangel an Adiuretin bedeutet somit eine unzureichende Rückresorption von Flüssigkeit aus der Niere ins Blut. Die Folge sind starker Harndrang und der Abgang großer Urinmengen. Abgesehen vom Alkoholkonsum kann ein Mangel an Adiuretin auch eine physiologische Ursache haben – ein weiteres Hormon, das in den Muskelzellen des Herzvorhofs ausgeschüttet wird, hat nämlich auch eine hemmende Wirkung auf Adiuretin.

Alkoholvergiftung

12. Juli 2009 um 20:52 Uhr

alkoholUnter Alkoholvergiftung, Alkoholintoxikation oder im medizinischen Gebrauch auch C2-Abusus versteht man die Vergiftung durch Ethylalkohol (“Trinkalkohol”). Wir beziehen uns im Folgenden auf die akute Vergiftung, welche durch die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Alkohol verursacht wird. Häufige Gründe hierfür sind das vor allem unter Jugendlichen beliebte “Kampftrinken” und psychische Probleme.

Einteilung

Man kann die Alkoholvergiftung basierend auf der Blutalkoholkonzentration in vier Stadien einteilen:

Erstes Stadium (etwa 0,5 – 1 )

  • Enthemmungserscheinungen
  • Redefluss und verwaschene Sprache
  • Selbstüberschätzung
  • Gleichgewichtsprobleme
  • verminderte Wahrnehmung von Schmerzen

Zweites Stadium (etwa 1 – 2 )

  • Euphorie
  • Aggressivität
  • Kontrollverlust
  • Starke Gleichgewichtsprobleme
  • Übelkeit und Erbrechen

Drittes Stadium (etwa 2 – 3 ‰)

  • Apathie (Erschöpfung, Schläfrigkeit)
  • Neigung zur Bewusstlosigkeit
  • stark verringerte oder fehlende Schmerzwahrnehmung
  • Blutdruckabfall und Schock
  • Gefahr der Unterkühlung
  • Gefahr einer Unterzuckerung

Viertes Stadium (etwa ab 3 ‰)

  • Schock
  • Koma
  • Atemdepression und Gefahr der Aspiration (Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen – z. B. von Erbrochenem – in die Atemwege aufgrund des Ausfalls von Schutzreflexen)
  • Unterkühlung
  • Unterzuckerung
  • Tod

Es muss betont werden, dass einige Symptome individuell schon bei einer weitaus geringeren Blutalkoholkonzentration auftreten können. Auch der Tod kann bereits bei einer wesentlich geringeren Alkoholisierung eintreten. Dieses Schema stellt also lediglich grobe Richtwerte dar.

Therapie

Die Therapie der Alkoholvergiftung besteht aus der Sicherung der Vitalfunktionen (Atmung, Kreislauf) bzw. der Schockbekämpfung. Da es gegen Ethylalkohol kein Gegengift gibt, erfolgt die Therapie symptomatisch. Eine Magenentleerung stellt häufig kein probates Mittel dar, da sie noch etwa innerhalb der ersten Stunde erfolgen muss, um wirksam zu sein.

Der Patient erhält Infusionslösungen – vorzugsweise mit Glukosezusatz, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Die Gefahr schwerer, anhaltender Unterzuckerungen ist nach dem Konsum größerer Alkoholmengen stets gegeben, da durch die Aufnahme von Ethylalkohol die Glukoseneubildung in der Leber gehemmt wird.