TV: Alkohol-Schwerpunktaktionen

19. November 2009 um 20:47 Uhr

“Konkret – das Servicemagazin” sendete heute um 18:30 Uhr einen Bericht über Alkohol-Schwerpunktaktionen in Wien. Im Anschluss an den Bericht erklärt Verkehrsministerin Doris Bures ihr neues Verkehrssicherheitskonzept. Wer diesen Beitrag heute verpasst hat, kann ihn sich in der neu eingerichteten ORF-TVTHEK noch für einige Zeit ansehen.


Verkehrsministerin Bures im Chat

um 00:50 Uhr

Verkehrsministerin Doris Bures stellt sich am Freitag, 20.11.2009, von 13 bis 14 Uhr den Fragen der Leser im derStandard.at-Chat. Brisante Themen sind das neue Verkehrssicherheitspaket sowie aufgrund der kommenden Vorweihnachtszeit Alkohol am Steuer.

Einheitliches Jugendschutzgesetz geplant

9. November 2009 um 23:51 Uhr

Wirschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner wünscht sich ein einheitliches Jugendschutzgesetz. Jugendschutz ist derzeit Ländersache, das bedeutet, es gibt insgesamt neun verschiedene Jugendschutzgesetze in Österreich. In Hinblick auf Alkohol bedeutet dies, dass bis zum 16. Lebensjahr jeglicher Konsum (in der Öffentlichkeit) verboten ist. Ab dem 16. Lebensjahr ist es etwas komplizierter – einige Bundesländer erlauben nur manche alkoholische Getränke, andere wiederum setzen keine Einschränkungen im Konsum. Diese Regelungen im Detail findet man im “Handbuch Alkohol Österreich”, siehe dazu unsere Rubrik Dokumente.

Kampagne “Alkohol am Steuer: Könnten Sie damit leben?”

6. November 2009 um 22:17 Uhr

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie startet pünktlich zur traditionell feier-intensiven Vorweihnachtszeit eine neue Kampagne mit dem handfesten Titel “Alkohol am Steuer: Könnten Sie damit leben?”. Angesichts der Tatsache, dass Alkoholunfälle seit Jahren auf hohem Niveau stagnieren und zuletzt der Anteil der Alkoholunfälle am Gesamtunfallgeschehen mit 6,8 % einen neuen Höchststand erreichte, will man Bewusstsein schaffen. Eine tabellarische Auflistung der Alkoholunfälle der letzten Jahre, gegliedert in Alkoholunfälle, Verletzte und Getötete bietet übrigens die Statistik Austria.

Die breit angelegte Medienkampagne umfasst zum einen Kino-, TV- und Radiospots sowie Inserate in österreichischen Medien. Zum anderen setzt man auch auf neue Medien und soziale Netzwerke, wie Facebook, den Videodienst Youtube oder die Kurznachrichten-Plattform Twitter, was natürlich zu begrüßen ist, da man so genau das junge Zielpublikum erreicht. Altbewährtes wie Plakate im öffentlichen Raum runden die Kampagne ab. Auch ein “Schockvideo” ist bereits verfügbar und kann auf den Seiten des BMVIT angesehen werden.

Die Evaluation obliegt dem Kuratorium für Verkehrssicherheit.  Prognosen wage ich zwar keine abzugeben, jedoch ist naheliegend, dass Maßnahmen isoliert oft nicht zum gewünschten Erfolg führen. Zwar gibt es vereinzelt Kampagnen mit thematischen Überschneidungen, es bedürfte aber einer breiten öffentlichen Diskussion über Alkoholismus in Österreich, über alkoholisiertes Fahrzeuglenken als grundsätzlich verwerfliches Verhalten, über Jugendalkoholismus und die Verantwortung der älteren Generationen, über Gewalt in Zusammenhang mit Alkohol und die Bewerbung von Alkoholika. Kurzum: über den Stellenwert von Alkohol in unserer Gesellschaft. Darüber hinaus müsste die Kontrolldichte weiter erhöht werden, sodass sich ein potentieller Alkofahrer nicht zwei-, sondern dreimal überlegt, bevor er sich alkoholisiert ans Steuer setzt. Damit einhergehend soll eine Verschärfung der Sanktionen auf das Inbetriebnehmen eines Fahrzeuges in alkoholisiertem Zustand angestrebt werden – allerdings weniger in Hinblick auf eine Erhöhung der Geldstrafen. Nach italienischem Vorbild könnte der Staat bei wiederholten Alkoholvergehen das jeweilige Fahrzeug konfiszieren.

Zu hohe Ziele in der Alkoholtherapie

3. November 2009 um 22:01 Uhr

Der Primarius des Anton Proksch Instituts, Michael Musalek, stellt wieder einmal fest, dass es in Österreich über 300.000 alkoholkranke und knapp 900.000 alkoholmissbrauchende Menschen gibt. Gerade in der Vorweihnachtszeit, der Zeit des Punschtrinkens und der Familienfeste, spielt Alkohol(missbrauch) eine bedeutende Rolle. Michael Musalek erklärt weiters, dass im Rahmen der Alkoholtherapie viel zu hohe Ziele definiert werden, deren Einhaltung natürlich nicht immer gelingt. Weiterlesen in der Wiener Zeitung »

Was ist ein Kater?

26. Oktober 2009 um 20:26 Uhr

Ein Kater tritt in der Regel nach Aufnahme größerer Alkoholmengen auf, üblicherweise am nächsten Morgen nach einer durchzechten Nacht. Typische Symptome sind vordergründig die heftigen Kopfschmerzen,  aber häufig treten auch Übelkeit und Erbrechen mit einem insgesamt flauen Gefühl in der Magengegend auf. Man fühlt sich wenig leistungsfähig, ist aufgrund der verringerten REM-Schlafphase müde und ein ausgeprägtes Durstgefühl stellt sich ein. Häufig ist man empfindlicher gegenüber Licht und Geräuschen und bemerkt ein Schwindelgefühl. Aufmerksamkeit und Konzentration lassen zu wünschen übrig, man zittert, Puls und Blutdruck sind womöglich erhöht.

Die Ursache des Katers

Es existieren eine Reihe von Faktoren, die für die jeweiligen Symptome verantwortlich gemacht werden:

Alkohol hemmt das Antidiuretische Hormon (ADH; Vasopressin), dies führt zu einem hohen Flüssigkeits- und damit Elektrolytverlust, der sich wiederum in einem Durst- und Schwindelgefühl sowie in Konzentrationsschwierigkeiten manifestiert. Desweiteren  greift Alkohol die Magen- und Darmschleimhaut an und begünstigt Entzündungen, die letztendlich für Übelkeit, Erbrechen und das “flaue Gefühl in der Magengegend” verantwortlich sind.

Die Kopfschmerzen sind hauptsächlich zurückzuführen auf die vor allem in billigeren Alkoholika gehäuft vorkommenden “Fuselalkohole” und dem meist erhöhten Anteil an Methylalkohol, aber auch auf die vielfältigen Auswirkungen des toxischen Abbauprodukts des Ethanols, Acetaldehyd. Die Müdigkeit als weiteres “Mitbringsel” des Katers kommt primär durch alkoholbedingt verminderte REM-Schlafphasen zustande.

Vorbeugung

Die effizienteste Form der Katerprophylaxe besteht aus dem Verzicht von alkoholischen Getränken. Katersymptome lassen sich weitgehend reduzieren, indem man geringe Mengen Alkohols zu sich nimmt, bevorzugt qualitativ hochwertige Alkoholika konsumiert und zwischendurch immer wieder auf nichtalkoholische Getränke, bevorzugt Wasser – um den Flüssigkeitsverlust bestmöglich auszugleichen – , zurückgreift.

Alkoholisierter Mob attackiert Polizei

11. Oktober 2009 um 15:59 Uhr

In Leibnitz (Steiermark) kam es am Wochenende zu einem Zwischenfall, der nicht unkommentiert bleiben sollte. Eine Horde Fußballfans griff Polizeibeamte tätlich an, die wegen eines Gläserwerfers eingeschritten waren. Nur unter massivem Pfeffersprayeinsatz konnten sich die Polizisten befreien und zwei Gewalttäter vorübergehend festnehmen. Doch die Meute folgte ihnen bis zum Polizeiposten, wie orf.at schreibt:

Nach massiven Drohungen – und um eine weitere Eskalation zu verhindern – ließen die Polizisten die beiden Festgenommenen schließlich frei. Abschließend drohte die Meute den Beamten, “dass der Abend Folgen haben” werde.

Dem allgemeinen Sicherheitsgefühl ist es nicht gerade förderlich, wenn alkoholisierte Gewalttätige aufgrund von Drohungen einer vor dem Polizeiposten wütenden Meute freigelassen werden müssen. Es wird wohl nicht gänzlich von der Hand zu weisen sein, dass dies unter anderem Folgen einer personell kaputtgesparten österreichischen Polizei sind.

Nachtrag: Wie die Kleine Zeitung berichtet, kam es in Leibnitz bereits am Vorabend zu Rangeleien mit Betrunkenen, bei denen Polizisten leicht verletzt wurden.

VCÖ will 0,1-Promillegrenze bis zum 24. Lebensjahr

9. Oktober 2009 um 16:36 Uhr

Der VCÖ vermeldete in seiner jüngsten Aussendung, dass sich in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits über 1.300 Alkoholunfälle ereignet haben, wobei über 1.800 Personen verletzt wurden und 29 Menschen den Tod fanden. Neben der obligaten Forderung nach einer Erhöhung der Kontrolldichte spricht man sich für eine Verlängerung der Promillegrenze für Fahranfänger bis zum 24. Lebensjahr aus. Gegenwärtig beträgt die Probezeit für den Normalführerschein zwei, für L 17 drei Jahre. Das bedeutet, dass in Österreich niemand unter dem 20. Lebensjahr unter die 0,5-Promille-Grenze fallen kann. Der VCÖ schreibt:

Der VCÖ erinnert daran, dass bereits bei 0,5 Promille das tödliche Unfallrisiko doppelt so hoch ist wie bei 0,0 oder 0,1 Promille. Die Reaktionsfähigkeit nimmt ab, die Risikobereitschaft steigt. „Don’t drink and drive“ sollte daher immer gelten. Wer ein Auto lenkt, für den gibt es nur eine richtige Promillegrenze und die liegt bei 0,0 Promille“, betont VCÖ-Experte Blum.

Richtig und konsequent wäre es, aufgrund dieser völlig korrekten Argumentation auch eine allgemeine 0,0 bzw. 0,1-Promille-Grenze zu fordern und nicht lediglich die Führerscheinneulinge mittels Verlängerung der Probefristen in die Zange zu nehmen.

Internationaler Brustkrebstag

1. Oktober 2009 um 15:53 Uhr

pink_ribbonvDer 1. Oktober steht ganz im Zeichen des Mammakarzinoms. Aus diesem Anlass startet die Österreichische Krebshilfe heute die diesjährige Pink Ribbon Kampagne. In ganz Österreich werden ab diesem Zeitpunkt Pink Ribbon Produkte bei ausgewählten Partnern verkauft, wobei ein Teil des Erlöses in den Soforthilfefonds der Krebshilfe für Brustkrebspatientinnen geht. Mit 2. Oktober startet außerdem die Pink Ribbon Tour quer durch Österreich.

Brustkrebs ist ein ernstes Problem in Österreich – jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens. Bedeutende Risikofaktoren sind genetische Prädisposition, hormonelle Faktoren und die Ernährung (erhöhte Fettzufuhr, Alkohol, …). Es gilt als erwiesen, dass Alkoholkonsum beträchtlich dazu beiträgt, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Eine Metaanalyse von Hamajima et al. (2002) ergab, dass das Risiko mit steigendem Alkoholkonsum zunimmt: Pro 10 g Alkohol täglich erhöht sich das Risiko, ein Mammakarzinom zu entwickeln, um 7 %. Es gibt dabei keinen Schwellenwert, ab dem Alkoholkonsum im Sinne des Brustkrebsrisikos bedenklich wird, alleine durch Verzicht auf Alkohol lässt sich dieser Risikofaktor eliminieren.

Einfache Vorsorgeuntersuchungen tragen wesentlich zur Früherkennung bei, denn eine rasche Erkennung kann Leben retten. Empfehlungen zur Vorsorge können auf der Webseite der Österreichischen Krebshilfe nachgelesen werden.

Pink Ribbon Graphic from carolsutton.net

Wifo: Höhere Besteuerung von Alkohol

30. September 2009 um 22:16 Uhr

Das Wirtschaftsforschungsinstitut bemerkt, dass die Steuerreform 2009 zwar die Inflation kompensieren konnte, kritisiert aber, dass sich an der hohen steuerlichen Belastung der Einkommen durch Sozialversicherung und Lohnsteuer dennoch nichts geändert hat. Neben einer Senkung der Steuern auf Arbeit schlägt man deshalb vor, sogenannte “public bads” (Güter, die unerwünschte soziale Kosten verursachen) mit höheren Abgaben zu belasten. Ein “public bad” par excellence ist Alkohol.

Sehen wir uns an, wie die steuerliche Belastung von alkoholischen Getränken in den letzten Jahren erfolgte. Grundsätzlich wurden die durch Alkohol erzielten Steuererträge kaum je gesundheitspolitischen Maßnahmen zugeführt, sondern meist vom Staat als zusätzliche Einnahmequelle betrachtet, wie das API mitteilt. Nachdem man Weinsteuer, Getränkesteuer und Schaumweinsteuer abgeschafft hat, kann der Staat auf den Preis alkoholischer Getränke theoretisch nur noch über Umsatzsteuer, Alkoholsteuer, Biersteuer, Schaumweinsteuer und Zwischenerzeugnissteuer eingreifen.

Die Europäische Charta Alkohol widmet der Preisgestaltung als alkoholpolitische Maßnahme einen eigenen Punkt. In den “zehn Strategien für alkoholbezogene Maßnahmen” heißt es unter 4.:

Gesundheitsförderung durch Einschränkung der Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken, z. B. für Jugendliche, und durch Einwirkung auf ihren Preis, beispielsweise über die Steuern.

Eine Erhöhung der alkoholbezogenen Abgaben ist nicht nur in Österreich ein Thema. Ebenso bspw. in Deutschland werden immer wieder Erhöhungen der Alkoholsteuer diskutiert und auch in der Schweiz existieren Konzepte und Ideen, die nicht nur darauf abzielen, dem Alkoholproblem Herr zu werden, sondern auch die alkoholassoziierten Kosten decken sollen. Alkoholpolitische Maßnahmen, die eine Reduzierung der alkoholbezogenen Schäden bzw. Kosten zum Ziel haben, sind in Österreich – wie im übrigen alpinen bzw. mediterranen Raum – generell jedoch schwer umzusetzen. Dies liegt wahrscheinlich am “integrativen Trinkverhalten” in den genannten Regionen. Alkohol wird als Bestandteil der kulturellen Identität und als Genussmittel wahrgenommen, weshalb nur wenige Menschen völlig alkoholabstinent leben.

Zusätzliche Einnahmen durch höher besteuerte “bad goods” können im Endeffekt einen Beitrag zur Krisenbekämpfung leisten, wenngleich man damit der ursprünglichen Idee – nämlich jene Einnahmen für gesundheitspolitische Maßnahmen zu verwenden – keinesfalls Rechnung tragen würde. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, ob sich Steuererhöhungen u. a. auf “bad goods” überhaupt vermeiden lassen, wenn in den nächsten Jahren all die Milliarden aufgebracht werden müssen, die in der Krise u. a. in die Rettung der kaputt gewirtschafteten Banken investiert wurden.