ARBÖ und ÖAMTC gegen 0,0 Promille

24. November 2009 um 20:42 Uhr

Experten aus ARBÖ und ÖAMTC sprechen sich gegen eine 0,0-Promille-Grenze beim Autofahren aus. Eine nachvollziehbare Begründung bleiben die Vertreter der Autofahrerclubs aber schuldig.

autos

“Wenn ich weiß, dass nicht kontrolliert wird, wird mich das – auch bei höheren Strafen – nicht abschrecken”, so der Grundtenor der Experten aus beiden Clubs. Dieser Feststellung kann man zustimmen, doch sie ist nicht als Argument gegen eine Null-Promille-Grenze zu verstehen. Rational begründen kann man die Null-Promille-Grenze damit, dass eine Beeinträchtigung nicht erst ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration gegeben ist, sondern bereits deutlich früher. Da das Lenken eines Fahrzeuges unter größtmöglicher Aufmerksamkeit geschehen sollte, müssen allfällige Störquellen beseitigt und geahndet werden, wobei es sich als praktikabel erwiesen hat, sich auf augenfällige und leicht beweisbare Störquellen wie Alkohol oder Handy am Steuer zu konzentrieren.

Ein weiterer Vorteil einer Nullgrenze ist die leichte Verständlichkeit für Laien, denn die oft  milchmädchenhafte, näherungsweise Errechnung des Alkoholgehalts, die praktisch nie mit den tatsächlichen Werten übereinstimmt, würde entfallen. Darüber hinaus würde endlich jene Doppelmoral wegfallen, mit der man gegenwärtig versucht, Prävention zu betreiben. Wie fruchtbar kann es sein, einerseits Alkohol am Steuer anzuprangern, andererseits aber Alkohol am Steuer (nämlich bis 0,5 Promille) zu billigen? Entweder lässt sich Alkohol mit dem Lenken eines Fahrzeuges vereinen, oder nicht. Die jetzige Grenzziehung ist rein willkürlich.

strasse

Dass eine Herabsetzung der Promillegrenze auf Null isoliert quasi nutzlos wäre, könnte stimmen. Jedoch wäre auch eine 0,5-Promille-Grenze isoliert betrachtet nutzlos, würde man deren Einhaltung nicht kontrollieren. In Kombination mit einer erhöhten Kontrolldichte wäre eine Nullgrenze aufgrund der oben genannten Aspekte aber womöglich sinnvoller und sollte angedacht werden. Auch die Konfiszierung von Fahrzeugen nach wiederholtem Alkoholkonsum am Steuer hat einen größeren praktischen Nutzen als eine mehrmalige finanzielle Belastung und sollte daher ebenfalls in ein Konzept zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einfließen.


Pilotversuch mit “Alkolocks”

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Verkehrsministerin Bures kann sich ein Pilotprojekt in Österreich vorstellen, bei dem “Alkolocks” zum Einsatz kommen – das sind Geräte, die die Inbetriebnahme eines Fahrzeuges im alkoholisierten Zustand verhindern sollen. Wie nachvollziehbar ist, können derartige Vorrichtungen jedoch aus jetziger Sicht auf einfachem Wege ausgetrickst werden.

Was bringt die Kampagne gegen Alkohol am Steuer?

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Der Online-Standard fragt mittels einer Umfrage, ob die seit wenigen Wochen angelaufene Kampagne  wirklich dazu beitragen kann, Alkoholunfälle am Steuer zu reduzieren.