Alkoholfreies Bier immer alkoholfrei?

18. Dezember 2009 um 14:12 Uhr

Alkoholfreie Biere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Vor allem Autofahrer greifen gerne auf diese “alkoholfreie” Alternative zurück, um sich in Sicherheit zu wiegen. Die Bezeichnung “alkoholfrei” ist jedoch häufig irreführend, denn vielfach enthalten die Biere eine gewisse Menge Restalkohol.

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Gewalt in der Vorweihnachtszeit

3. Dezember 2009 um 22:58 Uhr

Die tätlichen Übergriffe auf Fahrscheinkontrolleure steigen in der Vorweihnachtszeit signifikant an. Bis Ende November wurden allgemein 30 % mehr verletzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und der erfahrungsmäß gefährlichste Monat – der Dezember – steht noch aus.

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Durch den in der Punschsaison erhöhten Alkoholkonsum fallen oft sämtliche Hemmungen. Gewalt in Verbindung mit Alkohol ist somit besonders in der Vorweihnachtszeit ein Thema. Alkoholmissbrauch soll bei Gewalttätern 7-Mal häufiger vorkommen als in der Durchschnittsbevölkerung. Diesen engen Zusammenhang zwischen Alkohol und Gewalt bestätigt etwa die Niedersächsische Polizeistatistik aus dem Jahr 2007: “Jeder fünfte Jugendliche (14-17 Jahre) und jeder zweite Heranwachsende (18-21 Jahre), der im vergangenen Jahr in Niedersachsen eine Körperverletzung begangen hat, war alkoholisiert.”

Gewalt (unter Alkoholeinfluss) passiert leider ganzjährig, in der naturgemäß flüssigen Adventzeit wird er nur besonders augenfällig.  Es sei in diesem Zusammenhang auf eine Kampagne hingewiesen, die sich “Weiße Weihnacht” nennt und eine alkoholfreie Weihnacht aus Solidarität mit Kindern aus suchtbelasteten Familien zum Ziel hat. Kinder erfahren im familiären Umfeld häufig Gewalt, wenn ein oder beide Elternpaare alkoholabhängig sind. Diese manifestiert sich in mannigfaltigen Formen; sexuelle, körperliche und psychische Gewalt treten meist gepaart auf.

Alkoholisierter Mob attackiert Polizei

11. Oktober 2009 um 15:59 Uhr

In Leibnitz (Steiermark) kam es am Wochenende zu einem Zwischenfall, der nicht unkommentiert bleiben sollte. Eine Horde Fußballfans griff Polizeibeamte tätlich an, die wegen eines Gläserwerfers eingeschritten waren. Nur unter massivem Pfeffersprayeinsatz konnten sich die Polizisten befreien und zwei Gewalttäter vorübergehend festnehmen. Doch die Meute folgte ihnen bis zum Polizeiposten, wie orf.at schreibt:

Nach massiven Drohungen – und um eine weitere Eskalation zu verhindern – ließen die Polizisten die beiden Festgenommenen schließlich frei. Abschließend drohte die Meute den Beamten, “dass der Abend Folgen haben” werde.

Dem allgemeinen Sicherheitsgefühl ist es nicht gerade förderlich, wenn alkoholisierte Gewalttätige aufgrund von Drohungen einer vor dem Polizeiposten wütenden Meute freigelassen werden müssen. Es wird wohl nicht gänzlich von der Hand zu weisen sein, dass dies unter anderem Folgen einer personell kaputtgesparten österreichischen Polizei sind.

Nachtrag: Wie die Kleine Zeitung berichtet, kam es in Leibnitz bereits am Vorabend zu Rangeleien mit Betrunkenen, bei denen Polizisten leicht verletzt wurden.

Internationaler Brustkrebstag

1. Oktober 2009 um 15:53 Uhr

pink_ribbonvDer 1. Oktober steht ganz im Zeichen des Mammakarzinoms. Aus diesem Anlass startet die Österreichische Krebshilfe heute die diesjährige Pink Ribbon Kampagne. In ganz Österreich werden ab diesem Zeitpunkt Pink Ribbon Produkte bei ausgewählten Partnern verkauft, wobei ein Teil des Erlöses in den Soforthilfefonds der Krebshilfe für Brustkrebspatientinnen geht. Mit 2. Oktober startet außerdem die Pink Ribbon Tour quer durch Österreich.

Brustkrebs ist ein ernstes Problem in Österreich – jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens. Bedeutende Risikofaktoren sind genetische Prädisposition, hormonelle Faktoren und die Ernährung (erhöhte Fettzufuhr, Alkohol, …). Es gilt als erwiesen, dass Alkoholkonsum beträchtlich dazu beiträgt, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Eine Metaanalyse von Hamajima et al. (2002) ergab, dass das Risiko mit steigendem Alkoholkonsum zunimmt: Pro 10 g Alkohol täglich erhöht sich das Risiko, ein Mammakarzinom zu entwickeln, um 7 %. Es gibt dabei keinen Schwellenwert, ab dem Alkoholkonsum im Sinne des Brustkrebsrisikos bedenklich wird, alleine durch Verzicht auf Alkohol lässt sich dieser Risikofaktor eliminieren.

Einfache Vorsorgeuntersuchungen tragen wesentlich zur Früherkennung bei, denn eine rasche Erkennung kann Leben retten. Empfehlungen zur Vorsorge können auf der Webseite der Österreichischen Krebshilfe nachgelesen werden.

Pink Ribbon Graphic from carolsutton.net

Wifo: Höhere Besteuerung von Alkohol

30. September 2009 um 22:16 Uhr

Das Wirtschaftsforschungsinstitut bemerkt, dass die Steuerreform 2009 zwar die Inflation kompensieren konnte, kritisiert aber, dass sich an der hohen steuerlichen Belastung der Einkommen durch Sozialversicherung und Lohnsteuer dennoch nichts geändert hat. Neben einer Senkung der Steuern auf Arbeit schlägt man deshalb vor, sogenannte “public bads” (Güter, die unerwünschte soziale Kosten verursachen) mit höheren Abgaben zu belasten. Ein “public bad” par excellence ist Alkohol.

Sehen wir uns an, wie die steuerliche Belastung von alkoholischen Getränken in den letzten Jahren erfolgte. Grundsätzlich wurden die durch Alkohol erzielten Steuererträge kaum je gesundheitspolitischen Maßnahmen zugeführt, sondern meist vom Staat als zusätzliche Einnahmequelle betrachtet, wie das API mitteilt. Nachdem man Weinsteuer, Getränkesteuer und Schaumweinsteuer abgeschafft hat, kann der Staat auf den Preis alkoholischer Getränke theoretisch nur noch über Umsatzsteuer, Alkoholsteuer, Biersteuer, Schaumweinsteuer und Zwischenerzeugnissteuer eingreifen.

Die Europäische Charta Alkohol widmet der Preisgestaltung als alkoholpolitische Maßnahme einen eigenen Punkt. In den “zehn Strategien für alkoholbezogene Maßnahmen” heißt es unter 4.:

Gesundheitsförderung durch Einschränkung der Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken, z. B. für Jugendliche, und durch Einwirkung auf ihren Preis, beispielsweise über die Steuern.

Eine Erhöhung der alkoholbezogenen Abgaben ist nicht nur in Österreich ein Thema. Ebenso bspw. in Deutschland werden immer wieder Erhöhungen der Alkoholsteuer diskutiert und auch in der Schweiz existieren Konzepte und Ideen, die nicht nur darauf abzielen, dem Alkoholproblem Herr zu werden, sondern auch die alkoholassoziierten Kosten decken sollen. Alkoholpolitische Maßnahmen, die eine Reduzierung der alkoholbezogenen Schäden bzw. Kosten zum Ziel haben, sind in Österreich – wie im übrigen alpinen bzw. mediterranen Raum – generell jedoch schwer umzusetzen. Dies liegt wahrscheinlich am “integrativen Trinkverhalten” in den genannten Regionen. Alkohol wird als Bestandteil der kulturellen Identität und als Genussmittel wahrgenommen, weshalb nur wenige Menschen völlig alkoholabstinent leben.

Zusätzliche Einnahmen durch höher besteuerte “bad goods” können im Endeffekt einen Beitrag zur Krisenbekämpfung leisten, wenngleich man damit der ursprünglichen Idee – nämlich jene Einnahmen für gesundheitspolitische Maßnahmen zu verwenden – keinesfalls Rechnung tragen würde. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, ob sich Steuererhöhungen u. a. auf “bad goods” überhaupt vermeiden lassen, wenn in den nächsten Jahren all die Milliarden aufgebracht werden müssen, die in der Krise u. a. in die Rettung der kaputt gewirtschafteten Banken investiert wurden.

Alkohol im Wahlkampf

22. September 2009 um 21:27 Uhr

Die grüne Gemeinderätin Küng übt in einem Leserbrief bei den Oberösterreichischen Nachrichten heftige Kritik am Alkohol als Bestandteil von Wahlkampfveranstaltungen. Sie spricht an, dass Parteien im Wahlkampf wiederholt zu unmoralischen Mitteln greifen, indem sie etwa Freibier gezielt als Lockangebot für Jugendliche bewerben.

Hier gehts zum Artikel, inklusive unserem Kommentar.

Auszug:

Die Bewerbung diverser Wahl-Events mit massenhaftem Billigalkohol geschieht aus einem reinen Egoismus der Veranstalter heraus. Man ködert junge Menschen bewusst mit kostenlosem Alkohol, weil man durchaus weiß, dass Jugendliche auf diesen Zug gerne aufspringen – genau dies will man sich im Wahlkampf zunutze machen. Wohl wissend, dass unsere Jugendlichen ohnehin ein problematisches Trinkverhalten aufweisen, bietet man ihnen massenhaft Gratisbier an und fördert somit nicht nur den Alkoholmissbrauch, sondern treibt sie auch noch ganz unverfroren in die Sucht.

Alkohol – Mann und Frau

17. September 2009 um 18:11 Uhr

mannfrauMan weiß heute durch Untersuchungen, dass es geschlechtsspezifisch deutliche Unterschiede in Hinblick auf die Alkoholverteilung gibt. Bei gleicher Alkoholmenge erreichen Frauen in der Regel pro kg Körpergewicht eine höhere Blutalkoholkonzentration als Männer.

Der Grund hierfür liegt im Verhältnis von Körperwasser zu Körperfett. Frauen besitzen einen niedrigeren Körperwasseranteil als Männer und dafür einen höheren Körperfettanteil. Alkohol löst sich jedoch weitaus besser in Wasser als in Fett, im vergleichsweise geringeren Wasseranteil einer Frau wird somit eine höhere Konzentration erreicht als dies bei einem Mann mit deutlich mehr Körperwasser der Fall wäre.

Dieser Unterschied fällt noch deutlicher aus, wenn Mann und Frau dieselbe Menge Alkohol konsumieren, da Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht als Männer haben. Aber auch das Alter spielt eine bedeutende Rolle, der Wasseranteil sinkt nämlich mit steigendem Lebensalter.

Alkohol und die Pille

14. September 2009 um 20:36 Uhr

Hat Alkohol Auswirkungen auf „die Pille“, sprich, wird die Wirkung der Pille durch den Konsum alkoholischer Getränke herabgesetzt?
Über den Einfluß von Alkohol auf den Stoffwechsel der Anti-Baby-Pille gibt es keine kontrollierten Studien. Es ist jedoch bekannt, dass die kurzzeitige Aufnahme von Alkohol den Abbau bestimmter Medikamente in der Leber hemmt, während chronischer Alkoholkonsum über eine Enzyminduktion den Abbau verstärkt. Umgekehrt konnte zwar kein signifikanter Einfluß der Anti-Baby-Pille auf den Alkoholspiegel nachgewiesen werden, doch scheint die Pille die Wirkungen des Alkohols z.B. auf die Reaktionszeit zu verringern und die Toleranz zu verbessern, wobei der Effekt mit der Höhe des Östrogenanteils zunimmt.

Diese Frage beantwortete uns freundlicherweise Dr. Axel Schreier.

Neue Kampagne “Ernährung kann was”

12. September 2009 um 14:45 Uhr

Das Gesundheitsministerium startet eine neue Ernährungskampagne mit dem Slogan “Ernährung kann was”. Man will aufzeigen, dass eine gesunde Ernährung keiner teuren Hilfsmittel bedarf, strenge Verbote oder eine strikte Diät sind zudem meist unnötig. Auch der Alkohol wird ins Visier genommen, konsumieren doch 11 % der erwachsenen Österreicher Alkoholmengen, die als erheblich gesundheitsgefährdend gelten und weitere 18 % Mengen, die als “bedenklich” für die Gesundheit eingestuft werden.

In einer Broschüre wird auf vier Themen eingegangen, bei denen die Defizite der Österreicher groß sind: Obst und Gemüse, Milchprodukte, Alkohol und die richtige Aufteilung am Teller.  Unter dem Titel “Wir tun´s zumindest 2x wöchentlich” rät man zum Alkoholverzicht – mindestens zwei Tage die Woche sollte der Österreicher keinen Alkohol konsumieren, damit sich der Körper einigermaßen erholen kann. Sehr löblich ist, dass auf alkoholfreie Getränke als wunderbare Alternative zu alkoholischen Drinks hingewiesen wird und direkt ein simples Rezept zum Ausprobieren angeboten wird.

Doch ein großes Manko ist, dass man einmal mehr zum “bewussten Genießen” der Droge Alkohol aufgefordert wird und die positiven Auswirkungen eines generellen Verzichts nicht einmal angesprochen werden. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass man “Wasser gegen den Durst trinken [soll], Alkohol genießen!” oder dass “Ein Gläschen Wein [..] etwas sehr Genussvolles [ist]. Genießen mit Maß lautet das gesunde Motto.” Man kann sich beim Lesen der Broschüre des Eindruckes nicht erwehren, dass bereits die “Flinte ins Korn geworfen” wurde und man es mittlerweile aufgegeben hat, für den Verzicht auf Alkohol als einen gesunden Lebensstil zu werben. Vielmehr steht heute Schadensbegrenzung am Programm. Anstatt den Menschen begreiflich zu machen, dass Alkohol eine Droge mit großem Schadpotenzial ist, versucht man mühevoll, ihnen zwei alkoholfreie Tage pro Woche schmackhaft zu machen und weist irrsinnigerweise sogar darauf hin, dass diese Tage möglichst nicht mit Besuchen von Bekannten oder festlichen Anlässen kollidieren sollten.

Die klügere Option wäre, den Menschen sogar nahezulegen, diese alkoholfreien Tage genau dann anzusetzen, wenn man Besuch erwartet. Den Gästen könnten nach allen Regeln der Kunst alkoholfreie Getränke serviert werden, diese wären womöglich von der Idee angetan, würden diese idealerweise nachahmen und die Kampagne an sich würde ihrem Zweck gerecht werden. Denn Mundpropaganda war noch immer die effizienteste Form der Werbung.

Der Rat, wöchentlich zwei alkoholfreie Tage einzuplanen, muss insofern kritisiert werden, als dass er die menschliche Faulheit bedient. Zu viele werden den Weg des geringsten Widerstandes gehen, alibimäßig zwar tatsächlich an zwei Tagen in der Woche auf Alkohol verzichten, dies jedoch Montags und Dienstags tun, wo sie ohnehin auch sonst wenig bis gar keinen Alkohol konsumieren würden, während die problematischen wochenendlichen Trinkgewohnheiten unverändert bleiben.

Es ist also in Frage zu stellen, ob diese lasche Art der Umsetzung tatsächlich zielführend ist oder ob nicht eine konsequente, vielleicht sogar radikale Wurzelbehandlung eher das Mittel der Wahl wäre. Wie ich die Situation einschätze, ist die momentane Form der Prävention aber das Höchste der Gefühle für Österreich – mehr geht einfach (noch) nicht.

Alkohol und Drogen

4. August 2009 um 13:48 Uhr

Alkohol und Drogen – diese Bezeichnung liest und hört man unentwegt. Sowohl im Volksmund, als auch in polizeilichen Presseaussendungen und sogar auf einschlägigen Webseiten. Doch sie ist irreführend, impliziert sie doch, dass Alkohol gar keine Droge ist.

Wer käme schon auf die abstruse Idee, von Birnen und Obst oder von Limonade und Getränken zu sprechen? Freilich niemand. Warum man den Alkohol jedoch nicht zu den Drogen zählen will, hat einen ganz naheliegenden Grund: In unserer alkoholfreundlichen Gesellschaft ist man immer bestrebt, den Konsum dieser Droge zu verharmlosen. Wie auch ein Süchtiger sich seine Abhängigkeit nicht eingesteht und den Drogenkonsum stets bagatellisiert. Alkohol ist zudem allerorts legal erhältlich und wird deshalb in seiner Gefährlichkeit im Vergleich zu den illegalen Drogen unterschätzt. Zu glauben, dass man die Droge Alkohol legal bekommt, weil sie eine geringere Schädlichkeit als sämtliche illegalen Drogen aufweist, ist jedoch fatal. Im Gegenteil, Alkohol liegt im Drogen-Ranking hinsichtlich seiner Gefährlichkeit im Spitzenfeld, weit vor z. B. Cannabis oder Ecstasy.

Es muss deshalb ins Bewusstsein gerufen werden, dass Alkohol nicht nur eine Droge ist, sondern die Droge, die weltweit (mit Tabak) am meisten konsumiert wird und für die meisten drogenassoziierten Todesopfer verantwortlich ist.